Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Das Grab von Heinrich von Linz in der Unterkirche St. Laurentius in Wülflingen.
An Allerseelen gedenken die Katholiken den Toten. Dabei jährt sich heuer ein besonderer Fall.
Religion Eine Kerze brennt heute vor dem Grab von Heinrich von Linz in der Kirche St. Laurentius in Wülflingen. Es ist eine würdevolle Geste, die dem Gründer des Klosters Beerenberg jahrelang verwehrt blieb. Heinrich von Linz, oder besser gesagt, seine Gebeine, lagen während gut zehn Jahren in einer Kartonschachtel im Lager der Archäologie in Dübendorf. «Das mag naturwissenschaftlich korrekt sein, aber ethisch ist das unwürdig», sagt Hans Hollenstein. Als der Altregierungsrat und ehemalige Präsident der römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur auf die Gebeine aufmerksam wurde, setzte er sich dafür ein, dem Gründer des Klosters Beerenberg eine würdigere Ruhestätte zu verschaffen. Im letzten Jahr wurden die Gebeine des Augustiner Kloster-Priors an Allerseelen in der katholischen Kirche St. Laurentius beigesetzt – und damit hat «Der Wundertäter von Wülflingen», wie die Kirche ihn betitelte, seine hoffentlich letzte Ruhe gefunden.
Es dauerte über 600 Jahre, bis das Grab von Heinrich von Linz überhaupt entdeckt wurde. Der Geistliche kam 1355 als Priester nach Wülflingen und gründete auf dem Beerenberg ein Kloster. Nach seinem Tod im Jahr 1372 wurde er im Kreuzgang begraben. Bis heute ranken sich Legenden um verschiedene Wunder.
Bei Grabungen an der Klosterruine im Jahr 2009 entdeckte die Kantonsarchäologie Zürich unerwartet das Grab des Klostergründers. Seine Gebeine wurden anschliessend untersucht und fachgerecht aufbewahrt. In diesem Jahr ist keine besondere Feier an Allerseelen geplant. Das Grab in der Unterkirche St. Laurentius ist aber täglich von 8 bis 22 Uhr öffentlich zugänglich.
Sandro Portmann
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