Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Jährlich informiert die kantonale Gesundheitsdirektion über die Situation der Zürcher Spitallandschaft.
Vom Vorzeigespital in die Krise und zurück: Das KSW ist wieder im grünen Bereich.
Spitallandschaft Die finanzielle Krise beim KSW ist überwunden. Das Winterthurer Kantonsspital ist wieder über dem Berg. So klang es zumindest an der jährlichen Medienkonferenz von Regierungsrätin Natalie Rickli, die im KSW stattfand. Dort informierte sie über die Zukunft der Zürcher Spitallandschaft und die Entwicklung des KSW. Zwar wollte Spitalrat Franz Studer den offiziellen Zahlen nicht vorgreifen, er liess für den kommenden Geschäftsbericht aber einen Gewinn durchblicken. «Die Zahlen aus dem Forecast sind mindestens so gut wie im 2025», sagte Studer. Im Jahr 2025 kehrte das Spital mit einem Plus von rund 55 Millionen Franken in die Gewinnzone zurück.
Zuvor lag das Winterthurer Kantonsspital während drei Jahren selbst auf dem Krankenbett. Während der Pandemie geriet es in eine finanzielle Schieflage. «Früher war das KSW ein Vorzeigespital. Mit der Coronapandemie kam die Baisse, und nun freut es mich, dass das Spital den Turnaround erfolgreich geschafft hat», sagte Regierungsrätin Natalie Rickli. Mit dem Winterthurer Kantonsspital verbindet sie eine besondere Beziehung. «Im nächsten Monat werde ich 50 Jahre alt. Hier bin ich zur Welt gekommen.»
Wie das Spital den Turnaround geschafft hatte, erläuterte Spitalrat Franz Studer. So seien die Finanzzahlen des Spitals 2023 noch tiefrot gewesen. Das Spital schrieb damals einen Verlust von fast 50 Millionen Franken. Auch im Folgejahr blieb ein Defizit von 22 Millionen Franken in den Büchern. Schuld an der finanziellen Schieflage war laut Studer vor allem der Fachkräftemangel nach der Coronapandemie. «Wir hätten mehr Leistung erbringen können, hatten aber schlicht kein Personal», sagte Studer. In dieser Zeit hätten auch Betten geschlossen werden müssen. Zudem habe das KSW Personal eingestellt, das dann nicht zielgerichtet eingesetzt worden sei. Die Personalkostenquote stand in einem Missverhältnis zum Betriebsergebnis des Spitals.
Der neue Spitaldirektor habe die Wende gebracht. Guido Speck übernahm im Juni 2024 die Führung des KSW. «Das war kein Zufallsentscheid», so Studer. Speck, der einen Master in Gesundheitsökonomie erworben hat, habe das Spital «wirtschaftlich konsequent» geführt, sagte Studer. Die Prozesse seien optimiert und das Personal effizienter eingesetzt worden. «Das führte zu höheren Kapazitäten bei geringeren Kosten», so Studer.
Den Vorwurf, der Spitalrat habe zu spät reagiert, liess er nicht gelten. «Wir haben als Spitalrat einen toten Winkel. Es gibt kein System, das die operative Realität abbildet», so Studer. Erst 2023 habe man erkannt, dass im Verhältnis zur erbrachten Leistung zu viele Stellen geschaffen worden seien. Es sei eine Gratwanderung: «Verlangt der Rat zu viele operative Informationen, verliert er sich im Mikromanagement, hat er zu wenig Informationen, verliert er den Überblick», so Studer.
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