Beni Thurnheer
schreibt für die WIZE jede Woche eine Fussball-WM-Kolumne.
George Stutz, Redaktor
Nein. Während der laufenden Women's Euro mussten viele, nicht nur Männer, ihre frühere Meinung revidieren. Auch wenn mir letzte Woche auf dem Sporrer beim FCW-Testspiel gegen Brühl einer sagte, er sei hier nach den vielen EM-Spielen der Frauen, die er sich angeschaut hatte, aufgrund des höheren Tempos bei den männlichen Kickern etwas überfordert - der Frauenfussball macht dieser Tage beste Eigenwerbung. Zumindest in jenen Partien, die ich gesehen habe, wars kaum mal Grottenkick, wie es ihn übrigens auch bei der schönsten Nebensache der Männerwelt, selbst in der Champions-League schon zu erleiden gab. Oder wie ihn die Schweizer Nati der Frauen in der Vorbereitung öfters gezeigt hatten. Sie haben mich am meisten überrascht. Als hätte das Sundhage-Team vor dem Startspiel den Schalter umlegen können, zaubern sie über viele Phasen Fussball vom Feinsten auf das Grün. Insbesondere die jungen, völlig unbekümmert aufspielenden Kickerinnen wie etwa Schertenleib, Wandeler oder Beney machen neben arrivierten Spielerinnen wie Reuteler, Wälti oder Cmogorcevic die bis anhin wohl beste Frauennati aus. Und dies selbst sie nun gegen die Spanierinnen wie erwartet ausgeschieden sind. Der an der EM gezeigte Fussball ist aber auch deshalb erfrischend, da nervige, bei den Männern oft gesehenen Mätzchen meist fehlen, Matches nicht selten durch die Torhüterinnen entschieden werden, Unvorgesehenes auch deshalb jederzeit passieren kann. Frauenfussball hat dieser Tage definitiv einen festen Platz in meinem Leben.
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