Geist Anna
hat keine offizielle Spuk-Lizenz, trotzdem geistert sie in der Villa Heimenstein herum.
Die Zauberlaterne Winterthur feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsvorstellung. Vereinspräsident Joachim Mantel freut sich darauf.
Kino Normalerweise dürfen Erwachsene nicht mit ins Kino. Aber für einmal sind sie willkommen, wenn der Filmklub zu seiner Jubiläumsvorstellung einlädt. «Der Film ‹Flow›, den wir zeigen, eignet sich für Kinder und Erwachsene», sagt Joachim Mantel, Vereinspräsident des Winterthurer Filmklubs.
Die Zauberlaterne richtet sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. «Sie sollen das Kino ohne Eltern in der Gruppe erleben dürfen», sagt Mantel zum Konzept der Filmnachmittage. «Wir zeigen sehr fröhliche Filme, Filme zum Träumen, aber auch sehr ernste Filme. Man darf auch mal Angst haben.»
Die Kinder werden laut Mantel aber nicht alleingelassen, sondern durch zwei speziell geschulte Moderatorinnen vorab in die Handlung des Films eingeführt, meist unterstützt durch einen Gastkünstler. Während des Films sind drei Helferinnen anwesend, die die Kinder betreuen, sei es, die Kinder auf die Toilette zu begleiten oder um ein Taschentuch zu reichen. «Fast bei jedem Programm zeigen wir einen Film von Charlie Chaplin in schwarz-weiss», sagt Mantel. «Wir führen aber auch erste Tonfilme auf. Auf dem Programm sind zudem animierte Filme von Disney, aber auch aus Japan zu finden. «Diese Filme sind sonst nirgends zu sehen, sie sind wunderschön», schwärmt Mantel.
«In Winterthur haben wir jede Saison neun Vorstellungen und erreichen rund 200 Kinder pro Vorstellung», so Mantel. Es brauche einmal eine Anmeldung, für 40 Franken dürfen alle Filme angeschaut werden, für weitere 30 Franken ist auch ein Geschwister dabei.
Der Filmklub verfolgt nach eigenen Angaben eine anspruchsvolle und vielfältige Auswahl von Filmen aus der ganzen Welt, wobei er schweizerischen Produktionen besondere Aufmerksamkeit schenkt. Die Offenheit gegenüber anderen Kulturen zu fördern, ist ein wichtiges Ziel der Zauberlaterne. Genauso wichtig ist es, dem jungen Publikum in der Schweiz die Möglichkeit zu geben, das lokale Filmschaffen zu entdecken.
Gegründet wurde der Klub 1993 in Neuchâtel, es kamen 80 Klubs in der restlichen Schweiz dazu, die jedes Jahr rund 1000 Vorstellungen organisieren. Auch eine Expansion ins Ausland erfolgte. Die Idee dahinter: ein kostengünstiges Kinoerlebnis für Kinder zu ermöglichen.
Den Winterthurer Klub gibt es nun seit 25 Jahren. Vereinspräsident Mantel ist seit rund drei Jahren dabei. In seinem Berufsleben war Mantel weit über das Pensionierungsalter hinaus als Architekt tätig, nun widmet er sich der Fotografie.
Zu seinem Ehrenamt kam Mantel, als er beim Kinobesuch am Anschlagbrett den Aufruf las, sich bei der Zauberlaterne als Helfer zu melden. «Und schon wurde ich zum Präsidenten ernannt», erinnert er sich. «Ich suchte einen Ausgleich zum eigenen Alter», sagt er, der sich in der Gegenwart der jungen Kinogäste selbst wieder jung fühlt. «Ich geniesse es, wenn die Kinder in freudiger Erwartung im Foyer herumwirbeln.»
Claudia Naef Binz
Die Zauberlaterne, «Flow»
Sonntag, 31. August, 11 Uhr (1h 35)
Anschliessend: kleiner Imbiss
Swisscom blue Cinema Maxx
Winterthur.
Der Eintritt ist frei, aber eine Reservation ist obligatorisch. Kollekte.
lanterne-magique.org
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